Schwarzer Schwan e.V.

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Wappen

 

Gevierthaufen...

 

...eine eng gestaffelte Gefechtsformation, bewaffnet mit dem Langspieß. Mit Unterstützung von Feuerwaffen konnte der Gevierthaufen gegnerische Formationen aufbrechen oder gegnerischen Reiterattacken trotzen.

 

Söldner...

 

...in den meißten Volksheeren waren viele Berufssoldaten. Sie waren durch die vielen Kriegsjahre entwurzelt und heimatlos - sie fanden nicht mehr ihns normale Leben zurück.
So boten sie Ihre Dienste auch ausländischen Herrschern an..der Begriff "Landsknecht" wurde bald gleichgesetzt mit "Soldat" -> ist auch der Ursprung für den Begriff "Landser"

 

Artillerie...

 

...damals noch viel zu schwerfällig und gegen bewegliche Ziele schlecht einsetzbar. Sie war eher geeignet als Belagerungswaffe

 

Kavallerie...

 

..diese schnelle hochmobile Waffengattung war das Resultat aus dem Niedergang des herkömmlichen Rittertums. Was erhalten blieb war das Pferd über das die Heere langsam in wachsender Zahl verfügten; die Kavalleristen jener Zeit waren bereits mit Handfeuerwaffen, den Radschloßpistolen bewaffnet.

Die Renaissance

Die Renaissance (ca. 1500 - 1600)

Das 16. Jahrhundert war das Zeitalter der Landsknechte und Schweizerknechte. Diese gut ausgebildeten Infanteristen bestimmten das Bild der Schlachtfelder dieses Jahrhunderts. In eng gestaffelten Gefechtsformationen, den Gevierthaufen, bewaffnet mit dem Langspieß, konnten sie, unterstützt von Feuerwaffen, gegnerische Formationen aufbrechen oder Reiterattacken standhalten. So waren sie in Kriegszeiten von Heerführern gesucht und von ihren Gegnern gefürchtet, in Friedenszeiten aber verachtet und oftmals nur wenig mehr als Landstreicher. Trotzdem war das Leben der Landsknechte von einem hohen Selbstwertgefühl geprägt. Sie sahen sich selbst als eine Art weltlicher Kriegerorden und konnten durchaus Forderungen auch gegenüber ihrem Dienstherren durchsetzen, der auf ihren Gehorsam in der Schlacht angewiesen war.

Schlacht

Deshalb schlossen alle Volksheere in ihren Reihen eine große Menge von Berufssoldaten ein. Die Berufssoldaten entstammten meist Volksheeren, waren nach allzu langen Kriegsjahren entwurzelt und fanden nicht mehr ins normale Leben zurück. Deshalb boten sie ihre Dienste gegen Sold ausländischen Herrschern an. Für diese war es meist billiger, einen Landsknecht zu bezahlen, als die eigenen Landeskinder von Arbeit, Haus und Hof zu holen. Die Konflikte im Zentrum Europas hinterließen viele solcher Soldaten. Überall fand man deutsche und schweizerische Söldner, und der Begriff "Landsknecht" wurde bald gleichbedeutend mit "Soldat".

Damals gab es noch keine einheitliche Uniform. Die Soldaten erkannten sich deshalb im Kampf an einem Band von einer bestimmten Farbe, das sie quer über der Brust trugen. Sie waren in den buntesten Farben und nach den verschiedenen Moden gekleidet.
Diese großen Menschenmassen waren natürlich ein gutes Ziel für die Artillerie, und man dachte deshalb sogar an die Änderung der Taktik, aber im 16. Jahrhundert hatten die Kanonen noch nicht die ausreichende Wirkung, um die Kaderformation ernsthaft zu gefährden.

Die Artillerie, die auf offenem Feld schon sehr häufig eingesetzt wurde, war noch viel zu schwerfällig. Zum Transport eines Geschützes brauchte man noch bis zu 10 Pferde. Wenn man dazu bedenkt, daß das Angriffsziel sich bewegte und man mit massiven Kugeln schoß und nicht mit Granaten, ist leicht zu verstehen, daß die Artillerie mit den zwei oder drei Schüssen, die sie mit einem Geschütz abgeben konnte, während sich die Kader näherten, keinen großen Schaden anzurichten vermochte.
Drei Punkte können für den Sieg entscheidend sein, wenn sich zwei Heere mit der gleichen Taktik gegenüberstehen: Geschicklichkeit und Scharfsinn des Oberkommandierenden, zahlenmäßige Überlegenheit oder strategische Vorteile. Im 16. Jahrhundert kämpfte man schon mit großen Heeren. Franz I. von Frankreich (1494 bis
1547) soll mit 60.000 Männern und 70 großkalibrigen Artilleriegeschützen nach Italien gezogen sein.

Kannoniere

Im Laufe der Zeit stellte man fest, daß die Taktik der Kader die gleichen Mängel aufwies wie die griechische Phalanx. Im Kampf gegen einen Angriff der Kavallerie waren sie unschlagbar, aber gegen andere Kader erwiesen sie sich als schwerfällig und schwierig zu führen. Die Schlachten liefen damals noch ohne vorgefaßte Pläne ab, und der Verlauf war praktisch immer von der Improvisation des Heeresführers abhängig. So entstanden die verworrenen Schlachten der Renaissance.

Die Schlacht von Pavia (1525) zum Beispiel war typisch dafür. Die Franzosen hatten keine Möglichkeit, geordnete Manöver auszuführen. Franz I. mit seinen Adligen und seiner Infanterie wurde von allen Seiten angegriffen und geriet in Gefangenschaft. In der Schlacht von St. Quentin (1557) dagegen zeigte sich die Schlagkraft einer gut manövrierten Kavallerie und eines taktisch klugen Einsatzes der Artillerie. Die Zeit der Kader befand sich im Übergang. Die Notwendigkeit einer neuen Kriegstaktik wurde offensichtlich.

Schlacht um Pavia

Der Niedergang des Rittertums bedeutete noch lange nicht, daß die Pferde von den Schlachtfeldern verschwanden. Der wachsende Wohlstand in jener Zeit brachte es auch mit sich, daß die Heere über immer mehr berittene Soldaten verfügten, deren Aufgabe es war, die Flanken der Kader zu schützen. Diese neuen Kavalleristen waren bereits mit kurzen Handfeuerwaffen, d.h. mit Radschloßpistolen ausgerüstet, die sie hauptsächlich bei einer neuen Angriffstaktik verwendeten, die "Schnecke" oder "Rad" genannt wurde. Dabei ritten sie hintereinander auf den Kader zu, wandten sich, in einer bestimmten Entfernung angelangt, nach rechts oder links und schossen gleichzeitig ab. Dann ritten sie zurück, luden nach und wiederholten die gleiche Aktion.

In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts begann die Bedeutung der meist deutschen Landsknechte und Schweizerknechte abzunehmen. Die großen Gevierthaufen waren zu schwer auf dem Schlachtfeld zu manövrieren und nicht flexibel genug, um den Gegebenheiten der Schlacht angepaßt zu werden. Langsam nahm der Ruf des spanischen Fußvolkes zu. Dieses nahm in kleineren Abteilungen Aufstellung, den sogenannten Terzios. Diese kleineren Einheiten konnten vom Feldherren ganz nach Belieben bewegt und zusammengefaßt werden, um so gegen Eventualitäten im Schlachtverlauf besser gewappnet zu sein.

Zusammen mit diesen Entwicklungen wurden die Handfeuerwaffen (kleine Waffenkunde ) immer weiter verbessert. Im 15. Jahrhundert spielten diese noch keine wirkliche Rolle in der Schlacht und waren oft für den Schützen gefährlicher als für den Gegner. Zur Zeit der Landsknechte waren sie aber schon so weit entwickelt, daß ihre Feuerkraft taktisch wichtig werden konnte. Die Söldnerführer rüsteten nach dem Erfolg von Pavia immer mehr ihrer Kämpfer mit Feuerwaffen aus, und trieben damit gleichzeitig den Niedergang der großen Gevierthaufen voran.

Moritz von Nassau, Prinz von Oranien (1576 bis 1625), hatte eine neue Kampfform entwickelt. Gustav Adolf von Schweden hatte sie noch verbessert, und seine Landeskinder waren disziplinierte Soldaten. Die Feuerwaffen waren leichter und zahlreicher geworden. Um einerseits die Feuerkraft wirksamer zu machen, andererseits dem Gegner keine Masse als Ziel zu bieten, in die er hineinfeuern konnte und furchtbare Verluste zu verursachen in der Lage war, wurde die Tiefengliederung verringert und die Front auseinandergezogen, gedehnt, verlängert.

landsknecht

Die Haufen der Musketiere und Pikeniere waren empfindlich geworden gegen anreitende Kavallerie, welche die Flanken mit ihrem Pistolenfeuer angriffen. Beweglichere Kampfformen setzten Geübtheit und Disziplin bei Führung und Truppe voraus - die Voraussetzung dafür war guter und regelmäßiger Sold. Die Kader wurden in kleine, einheitlich bewaffnete Einheiten zerlegt. Zwei Treffen wurden gebildet, Musketiere und Pikeniere, dazwischen und an den Flanken die Reiter, aber auch leichte Geschütze, die im vordersten Treffen den Kampf eröffneten. Beim Angriff feindlicher Reiter zogen sich die Musketiere hinter die Pikeniertruppen zurück, die mit ihren Langspießen die Attacke abwehren sollten.
Aber Pikeniere waren nichts für den Angriff, dazu waren die Haufen noch zu unbeweglich. So entschied, neben den Feuerwaffen, die Reiterei viele Schlachten, die nun leichter gepanzert, mit zwei Pistolen ausgerüstet und dem schweren, geraden, breiten Säbel, dem Pallasch, geschlossen im Galopp den Feind attackierte. Heere bis zu 40.000 Mann sind im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) aufgetreten.

Trotzdem waren kriegsentscheidende Schlachten nicht häufig. Die Heere waren groß, die Verpflegung in den vielfach verwüsteten Landstrichen schwer beizubringen, die Mittel für die Besoldung oft nicht zu finden. Die sich auflösende Manneszucht wieder herzustellen und die Soldaten zu verköstigen, machte die Anlage von Magazinen nötig. Das wiederum machte jede Bewegung abhängig vom Nachschub, Brot und Fleisch, Mehl und Bohnen, Pulver und Blei. Nicht mehr als fünf Tagesmärsche vom Lager sollte sich die Truppe entfernen, das war jetzt die Regel.
Das Interesse des schwedischen Königs, Gustav Adolf, ging dahin, eine schlagkräftige Feldartillerie zu schaffen, die vor allem leicht beweglich sein mußte. Seine berühmten Kanonen aus Leder wogen nur 50 kg, doch sie wurden bald durch andere ersetzt, da sie nicht die gewünschte Wirkung erzielten.

Eine zwischen 1623 und 1627 erbaute Kanone besteht aus einem dicken Hauptrohr aus Kupfer mit einem dicken Lederüberzug. Derartige Kanonen waren 1,20 m lang und hatten ein Kaliber von 8 cm. Aber ähnliche Geschütze gab es sogar noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Ein Musketenschuß macht dem Leben des Königs von Schweden ein Ende. Er fiel in der Schlacht bei Lätzen, 1632, im Alter von 38 Jahren.

kannonen 1

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts endet jedoch der Zeitraum, der in diesem kurzen Abriß betrachtet werden sollte. Die große Zeit der Rüstungen ist vorbei. Die billigen, schwarzweißen Harnische waren nur ein Symptom für den allgemeinen Niedergang der Plattnerkunst und auch für das damals unzeitgemäße Konzept der Rüstung. Zwar versuchte man, die Rüstungen immer schußsicherer zu machen, um ihnen auch im Zeitalter der Feuerwaffen noch eine Daseinsberechtigung zu geben. Doch wurden sie dadurch so schwer, daß allein die Brust- und Rückenplatte ein Gewicht von über 20 Kilogramm erreichten.
Mehr oder minder langsam begann man die Rüstung dann ganz aufzugeben, bis sie zu einem bloßen Dekorstück, mit dem sich Herrscher und Generäle schmückten, verkam. Nur die schwere Kavallerie, die Kürassiere, behielten, wie ihr Name schon sagt den Brustpanzer, den Küraß noch bis ins 19. Jahrhundert bei. Das Schwert, krumm oder gerade, blieb von allen Blankwaffen ebenso lange wie der Küraß in Gebrauch. Als Säbel, Degen oder Pallasch hat es selbst heute seinen Symbolwert noch nicht ganz verloren.
Trotzdem spielten Blankwaffen und Rüstungen, sobald praxisgerechte Feuerwaffen zur Verfügung standen, nur noch eine untergeordnete Rolle, und vielleicht liegt in dieser Entwicklung nicht unbedingt ein Vorteil, denn der tödliche Schlag fällt möglicherweise schwerer, wenn man dem Gegner Auge in Auge gegenübersteht.

der tod und der landsknecht

1500 bis 1598:

ca. 1500 Aufkommen des Zweihänders
ca. 1500 Verbreitung von Rabenschnabel und Reiteraxt
ca. 1500 Ritter tragen mehrteilige Visierhelme
ca. 1500 Die Sturmhaube ist bei Fußsoldaten beliebt
ab 1500 Der Trend geht zu leichteren Stichschwertern
ab 1500 Entwicklung des Langsäbels
ab 1500 Erscheinen des Landsknechtdolchs
ab 1500 Aufkommen des Stiletts
ab 1500 Entwicklung der Bartaxt (Bardiche)
ab 1500 Kanonen werden Standardausrüstung d. Militärs
ab 1500 Der Riefelharnisch wird Vorbild für Rüstungen
ca. 1500 Vollendung der chinesischen Mauer
1501 Bulle "Inter multiplices"; Einführung der Vorzensur
1502 - 1504 Kolumbus landet auf d. mittelamer. Festland
1509 - 1547 Heinrich VIII. König von England
1513 Spanier Vasco Núñez de Balboa über Panama Pazifi.
31.10.1517 Thesenanschlag Martin Luthers
1515 V. lateranes Konzil; Bulle "Inter sollicitudines"
1515 - 1588 Johannes Weyer, Kritiker der Hexenprozesse
1517 Luther schlägt seine 95 Thesen in Wittenberg an.
1519 - 1521 H. Cortéz erobert Mexiko (Aztekenreich)
1519 - 1556 Karl V. herrscht in Deutschland
1520/21 Magellan (Magalhães) umfährt Südamerika
ca. 1520 Das Gewehr wird Standardwaffe von Soldaten
ca. 1520 Die Ära der karibischen Piraten beginnt
1521 Reichstag zu Worms / Ächtung Luthers
1522 Luther übersetzt das Neue Testament
1523 Reformation in Zürich durch Zwingli
1525 Bauernkrieg, Schlacht bei Pavia
1526 Entdeckung Neuguineas durch die Spanier
1527 Eroberung Roms durch die Landsknechte
06.05.1527 - 17.02.1528 Sacco di Roma (Plünderg. Roms)
1529 2. Reichstag zu Speyer. "Protestanten"
1530 Reichstag zu Augsburg
1531 Frankfurt ist Krönungsort f. Könige (vorher Aachen)
1531 - 1533 F. Pizarro erobert Peru (das Inkareich)
1532 Reichstag zu Nürnberg
23.07.1532 Nürnberger Religionsfriede
1534 Gründung des Jesuitenordens
1536 Beginn der Reformationen durch Calvin
1541 Reformation durch Calvin in Frankreich
1542 Portugiesen (F. Mendez Pinto) entdecken Japan
ca. 1550 Das Jagdschwert ist bei Adligen beliebt
ca. 1550 Erfindung der Radschloß-Feuerwaffen
ca. 1550 Der Morion wird der typisch spanische Helm
1555 Augsburger Religionsfriede
1556 - 1564 Ferdinand I. herrscht in Deutschland
1558 - 1603 Elisabeth I. Königin von England
1559 Index librorum prohibitorum (Index verbot. Bücher)
1562 Edikt von Nantes
1563 Johannes Weyers Buch gegen Hexenprozeß-Folter
1563 - 1570 Dreikronenkrieg (Dänen, Polen gg. Schwed.)
1564 - 1576 Maximilian II. herrscht in Deutschland
1572 Bartholomäusnacht in Paris
1576 - 1612 Rudolf II. herrscht in Deutschland
1578 Eng. Pirat Francis Drake an Westküste Nordamerika.
ca. 1580 Entwicklung des Linkhand-Dolches
ca. 1580 Die Feuerwaffen verbreiten sich weiter
ca. 1580 Brigantinerüstung löst den Harnisch ab
ab 1580 Entwicklung von Florett und Rapier
1598 Toleranzedikt von Nantes